Synopsis

Kann ein Film die zur Alltäglichkeit gewordene Vorstellung von Zeit ins Wanken bringen?

 

Dort wo Menschen wieder beginnen, ihrem innersten Zeitgefühl zu vertrauen und danach zu handeln, wird individuelles und kollektives Potential freigelegt, dessen Ausmaß und Struktur meist im Verborgenen liegt. Im Zuge einer weitgehenden Ökonomisierung der Ware Zeit wird es jedoch immer schwieriger, spontanen Impulsen nachzugeben oder auch nur einen einzigen Tag ohne Planung zu verbringen.

 

Der Film UNENDLICH JETZT etabliert in konfrontativen Gesprächen und kontemplativen Bildern ein Zeitempfinden das Raum lässt zur Reflexion und Einblicke bietet, wie ein Hineinspüren in den jeweils richtigen Moment das Leben von Menschen verändern kann.

 

„Je mehr Zeit wir für uns selbst finden, umso mehr finden wir auch zu dem was wir wirklich brauchen und wollen - wer wir wirklich sind.“

 

Kommentar der Filmemacher

Unser Wunsch war es, einen Film über die Kraft der Gegenwart zu machen und uns dabei gleichzeitig von dieser weitgehend unbekannten und unberechenbaren Kraft leiten zu lassen. Um diesen Wunsch umzusetzen, mussten wir eine neue „Sprache“ lernen - jene der Intuition. Frei von gedanklich vorgefertigten Konzepten, starren Termin- und Drehplänen sowie ohne abgesicherte Finanzierung sollte ein Film entstehen, der seine letztliche Form über eine Orientierung findet, die sich aus dem Gespür für den „richtigen Moment“ ergibt. So wurde der Film auch in seiner Motivfindung zum Experiment mit der Zeit, zum Versuch sich dem auszuliefern was man Hingabe oder Vertrauen nennen könnte.

 

Roman Pachernegg und Jasmine Wagner, Dezember 2013


Hintergrund

In materiell ausgerichteten Kulturen und Gesellschaften ist Zeit mittlerweile zur Ressource degradiert worden - ein rares Gut, dessen Verwendung wir mit grotesker Detailliertheit verplanen. Die unaufhaltsam durch die Sanduhr Leben rinnende Zeit muss gleich einem unausgesprochenen Dogma richtig eingeteilt, instrumentalisiert und bestmöglich investiert werden. Dieser Zustand verschafft uns jedoch keine Befriedigung - sondern produziert wie es der deutsche Soziologe und Zeitforscher Hartmut Rosa auf den Punkt bringt, vielmehr „permanent schuldige Subjekte“, die am Ende des Tages nie das Gefühl haben, all das erledigt zu haben, was sie sich vorgenommen hatten - weil die Zeit einfach nie reicht.

 

Ist dieser zwanghaft-neurotisch erscheinende Zeitdruck ein im Menschen grundsätzlich veranlagtes Empfinden oder ein ansozialisiertes Stigma moderner Industriegesellschaften?

 

Wo bleibt inmitten eines unerbittlich um Vergangenheits- und Zukunftskonzepte rotierenden Hamsterrades noch Zeit innezuhalten, die eigene Lebenssituation zu reflektieren, Wünsche und Vorstellungen auf seelische Bedürfnisse auszurichten?

 

Der Film UNENDLICH JETZT wagt einen Blick durch jene Zeit-Fenster, die in gesellschaftlich fest reglementierten Rahmen den individuellen Alltag bestimmen.

 

Soziologische, psychologische und naturwissenschaftliche Zeit-Aspekte werden in Kontrast gesetzt zu Zeit-Erfahrungskonzepten, die wie im Falle des tibetischen Buddhismus dem Zuschauer eine Welt eröffnen, in der es auf positive Weise kein Morgen gibt. So entsteht das Zeit-Bild einer Epoche, eine Möglichkeit die eigenen Konzepte zu reflektieren, denn hinter dem vordergründigen Schein, dem Glanz aber auch Schrecken der Dinge, verbirgt sich immer eine tieferliegende, eine andere Realität.

 

Motivation

Zeit ist mehr als sich der Verstand denken kann. Zeit ist eine Dimension in die Körper, Geist und Seele eingewoben ist. Das Bewusstsein über die zumindest im physischen Sinne eigene, begrenzte Lebenszeit, der Lebensdurst nach authentischen Erfahrungen innerhalb dieser Zeit, die Vorstellung eines Augenblicks der permanent die Information eines ganzen Kosmos und das vollständige Potential von Veränderung, Transformation und Umwandlung in sich trägt.

 

Ein Film also zu einer Zeit die außerhalb von Regeln und Normen existiert, zu einer Zeit die erst auf neuem Boden, unter neuem Licht zu voller Blüte gelangen kann. Kein theoretisches Glashaus aus Zeit, sondern ein Kosmos, ein filmisches Spektrum. Zeit nicht zu denken, sondern zu fühlen. Das ist die Motivation zu diesem Film.

 

 

Filmographie

Produziert und hergestellt von RP3 Filmproduktion, Roman Pachernegg

Portrait_Roman

 

2009: DAS GLÜCK DER ANDEREN, Kino-Dokumentation, 90 Min.

www.dasglueckderanderen.at

2010: AM MAGNETBERG - Utopie und Gegenwart in Magnitogorsk,

Kino-Dokumentation, 30 Min.

www.ammagnetberg.at

2011 - 2012: Div. Künstlerportraits in Zusammenarbeit mit CastYourArt

U.a.: Evan Penny, Aron Demetz, Herbert Brandl...

www.castyourart.com

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